American Style

American style or mind?

Liebe Leute, in meinem heutigen Look fühle ich mich irgendwie so amerikanisch. Und das nicht nur wegen der Farben. Ich finde, der ganze Style sieht absolut nach amerikanischem Roadtrip aus. Ja, der Look erinnert mich regelrecht an Thelma & Louise – ein Klassiker unter den US-amerikanischen Roadmovies. Die Kinder der 90er unter euch, werden wissen, was ich meine.

Ich liebe diesen Film aus vielerlei Gründen, vor allem weil zwei Frauen ausnahmsweise mal die Heldinnen sind und es kein Happy End gibt. Was als harmloser Roadtrip beginnt, führt zunächst zu einer Schießerei und endet in einer dramatischen Flucht mit fatalen Folgen. Hach ja, das können die Amis, gute Filme. Aber das war’s noch nicht. Bei aller Kritik an unseren Mitmenschen auf der anderen Seite des Ozeans – es gibt Dinge, die ich an ihnen bewundere.

American Style

Und ich finde, gerade wir Deutschen könnten uns mal öfter eine Scheibe von den Amis abschneiden. Ich möchte heute ehrlich eine Lanze für die Amerikaner brechen, auch wenn das nicht jedem gefallen mag. Denn in vielen Hinsichten sind sie für mich ein Vorbild. Natürlich weiß ich, dass sie auch extrem widersprüchlich sind – in manchen Fragen absolut innovativ, in anderen wiederum total rückständig. Und dennoch gibt es ein Leitmotiv in der amerikanischen Gesellschaft, das ich gut finde.

Chancen nutzen

Dort gilt nämlich: Jeder ist seines Glückes Schmied. Was jetzt vielleicht zynisch klingt, ist absolut positiv gemeint. Ich bin Soziologin und mir daher voll und ganz darüber bewusst, dass es auf dieser Welt keine Chancengleichheit gibt, dass manche Menschen privilegiert aufwachsen, andere benachteiligt werden. Das sind die Grundbedingungen, die allerdings nicht in Stein gemeißelt sind.

American Style

Wir haben trotz schlechter Startbedingungen dennoch die Chance, etwas an unserer Situation zu verbessern und umgekehrt. Wir sind keine Opfer, die das Schicksal walten lassen müssen, ohne jegliche Macht, etwas zu ändern – sei es in kleinen Alltagsdingen. Es muss ja nicht immer gleich der große Wurf sein. Doch das heißt nicht, dass es keine Opfertypen gäbe, die fatalistisch durch die Welt schreiten und die Dinge geschehen lassen. Diesen Menschen widerfährt alles, für nichts sind sie verantwortlich. Stets suchen sie den nächsten Schuldigen für ihre Misere.

Kein Selbstmitleid

Das kann ich nicht ab. Mich macht das wütend, ich habe kein Verständnis dafür. Und das obwohl ich fast mein ganzes Leben selbst ein Opfertyp war. Lange Zeit hatte ich ein so geringes Selbstwertgefühl, dass ich mich für alles Schlechte, was mir zustieß, bemitleidete und andere dafür Verantwortlich machte – etwa meine Eltern.

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American Style

Empower yourself!

Irgendwann habe ich verstanden, dass mir das alles rein gar nichts bringt und sich auch rein gar nichts ändert, solange ich meine Einstellung nicht überwinde. Das war nicht einfach, es hat mich viel Kraft und Energie gekostet. Aber ich habe irgendwann gelernt, mich anders zu sehen, meine Stärken zu würdigen statt mich für meine Schwächen fertig zu machen. Das war definitiv die beste Entscheidung meines Lebens!

Ja, es war eine Entscheidung. Denn wir können entscheiden, wie wir leben wollen. Es ist bloß richtig harte Arbeit. Niemand behauptet, dass es einfach ist, an sich zu arbeiten. Es ist wohl sogar die schwerste Aufgabe im Leben. Aber sie birgt das Potenzial, gestärkter, zufriedener und selbstbewusster durchs Leben zu gehen. Das ist viel wert. Ich wäre etwa ohne eine solche Entwicklung nie zum Bloggen gekommen.

Was hat das jetzt alles mit den Amerikanern zu tun? Ganz einfach. Dort ist die Idee vom Self-Empowerment in der Kultur verankert. Der “amerikanische Traum” ist ebendiesem Leitmotiv zuzuschreiben. Das hat viele positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, wie das Silicon Valley eindrücklich beweist. Natürlich hat auch der fehlende Sozialstaat seinen Teil dazu beigetragen, dass jeder zusehen muss, wo er bleib. Das ist die andere Seite.

American Style
American Style

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von Sozialstaat und Krankenversicherung und möchte um Himmels Willen nicht mit den Amerikanern tauschen. Trotzdem wünschte ich mir manchmal, dass wir uns mehr trauen würden, diesen gewissen Drive hätten anstelle unserer deutschen Vorsichtigkeit. Dort heißt es: lieber versuchen und scheitern. Hier eher: lieber lassen und meckern. So kommen wir aber nicht weiter.

American Style

Let’s Roll – immer schön positiv bleiben!

Klar gibt es immer Ausnahmen. So etwas kann man nicht pauschalisieren. Ich finde die Fashion-Blogger-Szene in Deutschland ist ein gutes Beispiel für Self-Empowerment. So viele junge Frauen trauen sich, ihren eigenen Weg zu gehen, hart zu arbeiten und für ihren Erfolg einzustehen. Schade finde ich nur, dass auf der anderen Seite soviel Missgunst herrscht und man den eigenen Misserfolg dann nicht als das wahrnehmen kann, was er ist.

Wer keine Einsicht in seine Fehler hat, kann keine Konsequenzen daraus ziehen und sich demnach auch nicht verbessern. Da ist die Diskreditierung von erfolgreichen Menschen eine einfache Alternative, um sich besser zu fühlen. In den USA wird Erfolg übrigens nicht so verpönt wie bei uns. Hierzulande muss man sich ja fast schämen, wenn man erfolgreich ist und viel Geld verdient. Das finde ich nicht richtig. Erfolgreich und wohlhabend bedeutet nicht gleich seelenlos und raffgierig. Das denken nur diejenigen, die keinen Erfolg haben. Erfolg ist übrigens individuell zu definieren. Ich habe mich im Text bloß an das am weitesten verbreitete Modell gehalten.

American Style
American Style

Wer erfolgreich sein möchte – in welcher Hinsicht auch immer – sollte es positiv angehen und unbedingt an den eigenen Erfolg glauben! The american way, halt. 😉 Was sagt ihr zu meinem American Look?

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