Ihr habt sicher mitbekommen, dass sich unser Nachbarland Polen seit Monaten – seitdem die neue radikal-konservative Regierung unter der Partei PIS an der Macht ist – sehr zum Schlechten verändert. Gerichte und Medien werden gleichgeschaltet, Oppositionelle, Kritiker und Minderheiten geächtet und jetzt soll ein Gesetz die Selbstbestimmung der Frau noch weiter untergraben.

Ein radikales Verbot soll fast all diejenigen Abtreibungen, die heute noch möglich sind, (also wenn das Leben der Mutter bedroht ist, wenn eine schwere Behinderung oder Krankheit des Fötus wahrscheinlich ist, und wenn die Schwangerschaft die Folge einer Vergewaltigung ist) rigoros unter Strafe stellen. In Zukunft soll eine Abtreibung nur noch möglich sein, wenn das Leben der werdenden Mutter gefährdet ist. Für die Verschärfung des ohnehin schon sehr restriktiven Gesetzes hat sich kürzlich das polnische Parlament ausgesprochen – ja selbst von den liberaleren Politikern kam Zustimmung.

 

Abtreibung wird gleichgesetzt mit Kindstötung

 

Die Abtreibungsgegner setzen Schwangerschaftsabbrüche mit Kindstötungen durch Mütter gleich und verlangen die gleiche Bestrafung dafür – das bedeutet fünf Jahre Gefängnis. Nicht nur die Frauen sollen dafür bestraft werden, wenn sie sich einem Schwangerschaftsabbruch unterziehen. Auch Ärzten, die Abtreibungen unter diesen Umständen durchführen würden, droht eine Strafe.

Ich kann gar nicht sagen, wie wütend mich das macht. Der nächste Schritt in Sachen Abtreibungspolitik in Polen sollte eigentlich die komplette Legalisierung sein und keine Rolle rückwärts ins Mittelalter. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich mir vorstelle, wie viele Frauen schon heute unter diesem Verbot leiden. Unter 2.000 legale Abtreibungen werden in Polen jährlich vorgenommen. Die Dunkelziffer der illegalen Schwangerschaftsabbrüche wird auf rund 100.000 im Jahr geschätzt.

Wacht endlich auf!

Wie kann man nur die Augen so fest vor der Realität verschließen? Was ist das für eine Logik? Es ist zutiefst undemokratisch, das Streben einer Gesellschaft nach Freiheit zu unterdrücken. Und das passiert gerade in Polen – Tag für Tag! Und wo wir gerade von Logik sprechen: Das Schlimmste ist, dass Polen keine muslimischen Flüchtlinge aufnehmen will, weil es sich vor deren fundamentalistischen Einfluss fürchtet. Serious??? Polen führt doch gerade seine eigene Scharia ein. Will das Land etwa beweisen, dass es auch ohne muslimische Fundamentalisten frauenverachtend und antidemokratisch sein kann, oder was?

Es tut mir wirklich in der Seele weh, was dort passiert. Ich lebe zwar schon seit meiner Kindheit nicht mehr in Polen, aber meine Wurzeln liegen nun einmal dort. Das Land lag schon einmal in den Fesseln eines harten Regimes und wollte nichts als die Freiheit. Ich frage euch Polen nun: Was wollt ihr jetzt? Zurück in die Gefangenschaft? Reißt euch endlich zusammen und steht auf, kämpft gegen diese unerträgliche Regierung, wählt sie ab, geht auf die Straße und unterstützt die Frauen bei ihrem Kampf gegen
dieses ungerechte Gesetz!

Black Protest

Helft den Polinnen bei ihrem Kampf

Jede Frau hat das Recht, selbst über ihren Körper zu bestimmen. Das radikale Gesetz gefährdet das Leben und die Gesundheit der Frauen. Illegale Abtreibungen führen auch jetzt schon zu schweren körperlichen Schäden und sogar bis zum Tod. Das wird sich durch das neue Gesetz noch verschlimmern. Eine Frau, die das Kind ihres Peinigers nach einer Vergewaltigung nicht austragen möchte, wird außerdem doppelt gedemütigt und von der Gesellschaft stigmatisiert.

Weil ich das nicht dulde, trage ich heute wie viele andere pro-choice-Unterstützer Schwarz. Denn während die einen ihre Einheit feiern, wird anderswo wieder gespalten. Das müssen wir verhindern. Wenn auch ihr die Polinnen bei ihrem Kampf für Gerechtigkeit unterstützen wollt, dann unterschreibt diese Petition und beteiligt euch in den sozialen Netzwerken an der Solidaritätsbewegung Black Protest unter den Hashtags:

#blackprotest #blackmonday #czarnyprotest #prochoice

Denn nur gemeinsam sind wir stark!

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