Eifersucht ist ein Beziehungskiller. Denn wie das Wort irgendwie schon erahnen lässt, geht es dabei um eine Art Sucht nach der Anerkennung seines Partners. Und Süchte sind böse, weil sie bewirken, dass man nicht Maß halten kann. Trinken, spielen, essen – all diese Dinge machen Spaß, solange man nicht süchtig nach ihnen ist. Und so verhält es sich auch mit dem Wunsch nach Liebe und Anerkennung. Wir alle brauchen sie von unseren Lieben.

Es gibt allerdings einen Punkt, an dem dieser Wunsch kippt in Verlustangst und Kontrollwahn. Ich selbst habe solche ungesunden Beziehungen hinter mir und daraus gelernt. Für mich kommt es nicht infrage, mich einzuschränken, weil jemand anderes es so will. Ich brauche meine Freiheit und das Gefühl, dass ich in jeder Lage das Vertrauen meines Partners genieße. Eifersucht ist in meinen Augen ein Misstrauensbeweis und führt letztlich irgendwann dazu, dass die Beziehung darunter leidet und im schlimmsten Fall daran zerbricht. Liebe kann eben nicht alles aushalten. Sie muss sich auf Augenhöhe abspielen, sonst funktioniert’s einfach nicht.

Und dennoch leben viele Menschen, die mitten im Leben stehen und eigentlich selbstbewusst und freiheitsliebend sind, in solchen Beziehungen. Ich beobachte das auch in meinem näheren Umfeld und stelle mir die Frage, wie viele Opfer ein Mensch erbringen muss, bis es irgendwann Klick macht. Wer sich ständig zurücknehmen muss, weil der Partner es erwartet, wird auf Dauer nicht glücklich.

Eifersucht ist im Grunde das Unvermögen, loszulassen, zu akzeptieren, dass der andere ein eigenständiger Mensch mit einer eigenen Sichtweise auf die Dinge ist. Wir Menschen kontrollieren die Dinge gerne, weil wir uns dann sicher fühlen. Aber einen Menschen zu kontrollieren, kann nur schief gehen. Ich habe es selbst erlebt und in den letzten Jahren auch oft genug in meinem Bekanntenkreis gesehen.

Für mich ist es selbstverständlich, dass ich zum Beispiel männliche Freunde habe, mit denen ich regelmäßig etwas unternehme, genau so wie mein Freund sich mit seinen Freundinnen trifft. Für mich ist es auch nicht strange, wenn – wie gerade geschehen – mein Freund sich mit meiner liebsten Freundin trifft, weil sie eine Trennung hinter sich hat und ich in dem Moment nicht da sein konnte. Ich weiß, dass sich das manche Menschen nicht vorstellen können, aber diese Freiheit fühlt sich wunderbar an und ist auch der Grund dafür, dass ich seit bald neun Jahren eine glückliche Beziehung führe.

Loslassen ist natürlich nicht einfach, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist. Man kann es aber lernen. Doch viele Menschen haben Schwierigkeiten damit, ihr Verhalten zu reflektieren und scheuen die Anstrengung, die damit verbunden ist, an sich zu arbeiten. Das finde ich sehr schade, weil sie letztlich nicht glücklich werden können, wenn ihr Partner seine Interessen gegen ihre Einwände einfach durchsetzt. Andersherum wird es genauso wenig gehen. So wie die Natur brauchen Beziehungen ein Equilibrium. Liebe kann uns zwar eine Zeit lang blind für Machtgefälle machen, aber nicht ewig.

Einen Tipp möchte ich euch noch mitgeben: Fallt bitte nicht auf den Spruch herein: “Dir vertraue ich ja, aber den anderen nicht.” Das ist wirklich Bullshit und in meinen Augen ziemlich verletzend dem Partner gegenüber. Entweder man vertraut dem Partner oder nicht, alles andere ist Makulatur. Natürlich gibt es Menschen, die dieses Vertrauen auch ausnutzen und ihre Partner damit sehr verletzen. Aber grundsätzlich sollte man doch nicht von vornherein davon ausgehen, auch wenn man vorbelastet ist. Das macht wirklich nicht glücklich.

Wie denkt ihr darüber? Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Eifersucht gemacht. Erzählt mir gerne davon.

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