Sie hat mich richtig kalt erwischt, die Frühjahrsmüdigkeit. Noch nie habe ich den Wetterwechsel zum Frühling so heftig erlebt wie jetzt gerade. Ich wollte den Blogpost eigentlich schon viel früher hochladen, eigentlich zu einem ganz anderen Thema. Aber ich war tagelang einfach so was von im Zombie-Modus.

Jede Bewegung ging nur im Zeitlupentempo, ich habe meine Augen kaum aufbekommen. Erst Abends war ich meist richtig wach, was dazu geführt hat, dass mein kompletter Tagesablauf flöten gegangen ist. Und das nervt!

Allmählich komme ich wieder zu mir, bin tagsüber nicht mehr so müde, trotzdem noch ziemlich langsam unterwegs. Also habt bitte Nachsicht. Ich bin gerade zu nix zu gebrauchen.

Nachsicht mit mir selbst zu haben, sollte ich vielleicht auch nochmal lernen. Denn kaum schaffe ich mal nicht, meine Pläne eins zu eins umzusetzen, werde ich richtig wütend und verfalle gleich in eine Depri-Stimmung. Ich mache mir selbst so einen Druck, dass meine Motivation darunter leidet. Und das ist scheiße.

Andererseits darf ich auf den erschwerenden Umstand des ewig dauernden Winters aufmerksam machen, der noch zehrender ist als alles andere. Ich muss wohl die kommenden Winter in den Süden ziehen! Wo nun jedenfalls die Sonne endlich wärmt und das Licht die Laune in die Höhe treiben sollte, bin ich irgendwie durch. Die Frühjahrsmüdigkeit, die ich immer nur für einen Mythos hielt, ist voll durchgeschlagen. Ich bin einfach urlaubsreif.

Denn eigentlich soll das doch alles Spaß machen und das tut es ja auch. Aber wenn man jeden Tag arbeitet und immer mit den Gedanken bei dem Blog ist, verlernt man irgendwie abzuschalten. Ja, genau das ist passiert. Ich arbeite zwar nicht acht Stunden am Tag am Blog, aber immerhin jeden Tag, und sei’s drum, sich nur Gedanken zu Plänen und Zielen zu machen. Das beschäftigt mich ebenso und hat mich anscheinend etwas ausgelaugt.

Man wird halt nicht jünger. Zumindest ist mir die Frühjahrsmüdigkeit in diesem Ausmaß noch nicht begegnet. Vielleicht liegt es ja noch an etwas anderem. Aber ja, es gibt sie wirklich, ich habe es recherchiert. Durch den Wetterumschwung kommen Stoffwechsel und Hormonhaushalt durcheinander und der Körper kommt nicht so schnell mit der Serotonin-Produktion hinterher, weil er noch im Winterschlaf-Modus ist.

Und offenbar wird der Körper mit dem Alter feinfühliger. Ich bin doch aber schon so ein Sensibelchen, wie soll das denn bloß enden? Na ja, was auch immer nun der Grund für meinen Zustand ist, sollte ich für mich Konsequenzen daraus ziehen und mir auch mal Pausen gönnen. Mit ein bisschen Organisation ist es ja auch locker möglich. Ich muss mich nur von dem Zwang verabschieden, immer etwas tun zu müssen.

Pieces

Bluse: Mango

Hose: Mango

Tasche: Mohito

Es gibt doch nichts Schlimmeres als in seinem eigenen Hamsterrad gefangen zu sein. Warum neigen wir Menschen bloß immer dazu, uns zu verausgaben? Ich denke, es hängt auch mit der allgemeinen Erwartungshaltung in unserer Gesellschaft zusammen. Wer nicht im Dauerstress ist und ständig Erfolge hervorbringt, gilt als faul oder unproduktiv. Wir müssen aber nicht ständig irgendetwas tun. Oder bekommen etwa die ausgeglichenen Menschen unter uns die Burn-Outs?

Sich von solchen Zwängen zu lösen ist allerdings gar nicht so einfach. Dabei weiß ich doch aus Erfahrung, dass man ohne diesen Dauerstress im Kopf sogar viel produktiver sein kann. Also werde ich von nun an versuchen, mir kleine Oasen zu schaffen, mir auch mal frei nehmen, um vor allem den Kopf frei zu bekommen. Das braucht doch jeder, um wieder aufzutanken. Wie verhindert ihr es denn, euch zu überanstrengen? Und leidet ihr eigentlich auch an Frühjahrsmüdigkeit?

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