Das Leben ist wie eine Lotterie, mal stehst du auf der Sonnenseite, mal auf der Schattenseite. Wir erleben so viele Situationen und fällen ungezählte Entscheidungen, deren Konsequenzen eben mal positiv und mal negativ ausfallen können. Manche Dinge haben wir gar nicht mal in der Hand. Unser Denken und Handeln hingegen schon. Ich frage mich nur, warum manche diese Fähigkeit nicht einsetzen.

Was mich nervt, sind Menschen, die nicht mal bemerken, wenn die Sonne auf sie nieder scheint, aber immer die Schattenseiten ausschlachten, um sich über ihr schreckliches Leben zu beklagen. Schöne Ereignisse werden wie Fast Food konsumiert und sind gleich wieder vergessen, während alles, was nicht unter die Sonnenseite fällt, zum lauten Lamentieren genutzt wird. Ja, und selbst wenn ihnen etwas Gutes widerfährt, finden sie noch den kleinsten Grund, um es ins Gegenteil zu verkehren. Das Leben kann nicht schön sein, es muss schrecklich sein, immer!

Ich selbst habe auch mal so gelebt und es hat mein Leben sicher nicht bereichert. Im Gegenteil, ich habe darunter gelitten und mich selbst zum Opfer der Gegebenheiten gemacht, statt die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu Handeln. Ich weiß, wie schwer dieser Schritt ist, aus dem Schatten heraus zu treten, die Sonnenstrahlen auf seiner Haut zuzulassen und die Dinge in einem buchstäblich anderen Licht zu sehen. Es ist schwer, aber nicht unmöglich. Man muss nur mal anfangen.

Inne zu halten, die schönen Momente als das wahrzunehmen, was sie sind, zuzuhören und zu verinnerlichen, nachzudenken über Sinn und Unsinn des Lebens – all das ist in unserer schnelllebigen Zeit gar nicht mal so einfach, wenn das vermeintliche Glück hinter so genannten Lifegoals nur auf uns wartet. Die Erwartungen an unser Leben werden immer größer, die Enttäuschungen auch. Leben lässt sich eben nicht planen, und gute Dinge sich nicht erzwingen. Sie passieren einfach. Das Hier und Jetzt mal sacken lassen? Ist nicht drin. Die Schattengestalten weinen lieber ihrer Vergangenheit hinterher oder sehnen sich nach einer besseren Zukunft.

 

 

Es gibt fast nie einen Haken

Warum fehlt mir das Verständnis für so etwas? Weil man das eigene Leben mit solch einem Verhalten tatsächlich in den Schatten stellt. Menschen, die es sich auf ihren Schattenseiten gemütlich gemacht haben, erkennen das Glück leider nicht mehr, obwohl sie dem Glück doch ständig hinterher hetzen. Kleinste Ungereimtheiten sind aber schon Grund genug, sich zu beschweren und alles negativ zu sehen. Und das nervt einfach.

Natürlich darf man sich über schlechte Dinge aufregen, das tue ich regelmäßig. Jeder kann über traurige Geschichten auch traurig sein. Passiert uns dann mal etwas Gutes, dürfen wir es auch einfach annehmen, ohne über mögliche Schattenseiten nachzudenken. Nicht immer gibt es einen Haken, es gibt ihn sogar fast nie, es sei denn, wir konstruieren ihn.

Unglücklich zu sein ist tatsächlich einfacher als glücklich zu sein. Wir neigen dazu, positive Dinge eher zu vergessen und negativen Ereignissen ein größeres Gewicht beizumessen. Warum eigentlich?

Was bringt uns eigentlich das ganze Drama?

Ist es so toll, unglücklich zu sein? Bekommen wir dadurch vielleicht mehr Aufmerksamkeit von unserem Umfeld? Kümmern sich Menschen dann mehr um uns? Und warum brauchen wir das? Unsere Persönlichkeit ist wohl der entscheidende Faktor für unser Glücksempfinden. Das Gute daran: sie ist nicht in Stein gemeißelt, sondern formbar.

Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich. Als ich begann, die Vergangenheit hinter mir zu lassen, nicht an der Zukunft zu hängen, sondern einfach das Beste aus Heute zu machen, hat sich meine komplette Einstellung zum Leben geändert. Ich bin viel gelassener als früher.

Pieces

Lange Weste: Edited the label

Mantel: H&M

Kleid: Edited the label

Leggings: Calzedonia

Tasche: Love Moschino

Um über den eigenen (Vorsicht Wortspiel) Schatten zu springen und gelassener sowie positiver zu werden, also die Schattenseiten zu verlassen, bedarf es zunächst einmal einiger Einsicht, dass es möglich ist. Das bedeutet, Autopilot ausschalten und die Aufmerksamkeit mal nach Innen kehren. Was wünscht sich unsere Seele? Ein neues Auto? Mehr Geld? Einen besseren Lebensstandard? Sicher nicht. Wir wollen nur glücklich sein.

Wie erreichen wir das? Indem wir glauben, dass nichts unseren Ansprüchen genügt, nicht mal wir selbst? Falsch. Wie wäre es, wenn wir aufhörten, alles zu bewerten und zu vergleichen? Da kommen wir der Sache schon näher. Nehmen wir uns selbst erstmal an, so wie wir sind. Das ist natürlich kein Freibrief für schlechtes Benehmen. Wer aber mit sich im Reinen ist, muss anderen nicht in die Suppe spucken.

Tipps für mehr Gelassenheit

Was können Schattenspieler denn nun tun, um mit sich ins Reine zu kommen und entspannter mit sich und anderen umzugehen und ergo auch positiver in ihrer Grundeinstellung zu werden? Hier kommen ein paar Tipps, deren Verinnerlichung sich für mich über die Jahre als sehr hilfreich erwiesen hat.

1. Besiegel die Vergangenheit. Alles, was passiert ist, kann man nicht mehr ändern. Es bringt nichts, über alte Verletzungen und Enttäuschungen nachzudenken. Groll, Hass oder Wut aufrecht zu erhalten, raubt nur Energie, lässt uns verbittern und verhindert die eigene Entwicklung.

2. Kümmere dich nicht darum, was andere über dich sagen oder denken könnten. Wir können nicht everybodys Darling sein. Statt sich zu verstellen, um von allen gemocht zu werden, sei einfach du selbst. Wenn dich jemand nicht mag, frag dich nicht, wieso das so ist. Es ist einfach so. Sympathie kann man nicht erzwingen.

3. Du bist für dich selbst verantwortlich. Niemand anders ist für dein Glück zuständig. Dementsprechend hat auch niemand schuld an deinem Unglück. Bist du unzufrieden, musst du etwas ändern, nicht die anderen.

 

4. Vergleiche dich nicht mit anderen. Es wird immer Menschen geben, die schöner, sympathischer und erfolgreicher sind als du. Das bedeutet nicht, dass du nicht gut bist, wie du bist. Solange dich dein Neid motiviert, ist das okay. Wenn aber Frust aufkommt, ist die Missgunst meist nicht weit. Und die frisst Energie und macht unzufrieden.

5. Sei geduldig mit dir und anderen. Wenn etwas mal nicht so schnell geht oder auf Anhieb klappt, akzeptiere es einfach. Wozu sich aufregen, wenn man die Dinge in diesem Moment doch nicht ändern kann? Es schafft nur negative Energie und stresst außerdem deine Umwelt, wenn du unentspannt oder gar cholerisch bist.

6. Höre mit dem Grübeln auf. Ständig über alles nachzudenken, nie abzuschalten im Kopf ist ungesund. Man fühlt sich wie im Hamsterrad. Das Gedankenkarussell macht zudem unsicher. Lass die Dinge doch einfach mal auf dich zukommen. So ergeben sich meist die besten, Unterhaltungen, Partys, Begegnungen, Ideen, Lösungen, etc.

7. Werfe alte Glaubenssätze über Bord. Sätze wie “das kann ich nicht” oder “schaffe ich nicht” kennen wir alle. Oft haben wir sie so verinnerlicht, dass wir uns gar nicht mehr an neue Projekte wagen, obwohl wir eigentlich Lust drauf hätten. Diese Glaubenssätze stimmen nur solange, wie wir sie glauben. Man kann sie eben auch umkehren. Achtsamkeitsübungen, Meditation oder Autogenes Training helfen dabei.

Ich weiß, dass das alles einfacher klingt als es ist. Niemand hat behauptet, dass es von heute auf morgen geht. Es ist tatsächlich eine Lebensaufgabe. Auch ich arbeite immer wieder an all diesen Punkten. Niemand ist perfekt und das ist auch gar nicht das Ziel. Wir müssen uns das Leben nur bewusster machen. Dann hat es plötzlich nicht mehr so viele Schattenseiten, wie man denkt. Das Hier und Jetzt ist alles, was wir beeinflussen können. Was liegt da näher, als das Beste daraus zu machen? Es ist eben alles eine Einstellungssache. Always look on the bright side of life!

Wie steht ihr zu dem Thema? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt es mir gerne in den Kommentaren.

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