Ich sag’s euch lieber gleich. Ich stehe nicht auf Valentinstag. Oder besser: er existiert gar nicht für mich. Und ehrlich gesagt nervt mich diese rosa-rote Konsumwelt mit ihrer aufgesetzten Romantik. Überall in den Schaufenstern und Online-Shops springen mich nur noch (wahlweise rote oder rosa) Herzchen an und die Produkte rund um den Valentinstag sind sowas von kitschig, dass ich mich frage, wer diesen ganzen Schmarn eigentlich kauft.

Der Klassiker ist ja wohl die Rosen-Pralinen-Nummer. Da würde ich glatt weglaufen, wenn ich so etwas geschenkt bekäme. Ich mag Blumen sehr gerne, auch gerne geschenkt von meinem Liebsten. Aber nicht in dieser zwanghaften Valentinstags-Atmosphäre. Pralinen hingegen mag ich sowieso nicht. Wie sagte Forrest Gump doch mal treffend. “Man weiß nie, was man kriegt.” Und genau das ist ja das Problem.

Darüber hinaus verbindet doch kein Pärchen überhaupt etwas mit diesem Datum, es sei denn, es ist am 14. Februar zusammen gekommen. Aber das betrifft die wenigsten und würde auch nicht annähernd das Millionengeschäft erklären, dass dahinter steckt. Also was finden denn die Leute eigentlich so toll am Valentinstag? Ich meine, jedes Pärchen hat doch seinen ganz persönlichen Jahrestag, oder sogar mehrere. Da muss man doch bei diesem rosa-roten Quatsch nicht auch noch mitmachen.

Mein Liebster und ich, wir begehen sehr gerne den Tag, an dem wir uns kennengelernt haben und auch den Tag, an dem wir zusammengekommen sind. Andere wiederum feiern Hochzeitstag. Das ist viel persönlicher und dadurch kommt doch erst die Romantik auf.

Pieces

Oberteil: H&M

Leggings: Calzedonia

Schuhe: H&M Premium

Anti-Valentinstags-Gift Guide

Aber es gibt noch Hoffnung. Als ich neulich nach Filmen auf Amazon Prime gesucht habe, bin ich zunächst auf die Rubrik Valentinstag gestoßen. Ich seufzte laut auf. Aber dann stand direkt darunter Anti-Valentinstag und meine Neugier war sofort geweckt. Dort fand ich dann vom Psychothriller über Horrorfilme bis hin zu brutalen Serien alles, was mein Herz begehrt. Hach, dachte ich, man denkt doch noch an uns.

Und da kam mir dann in den Sinn, einen Post darüber zu schreiben. Ich wollte allen Gleichgesinnten eine Zuflucht auf meinem Blog bieten. Kommt auf die dunkle Seite des Valentinstags, hier gibt es kein Rosa. Und für all die, die sich als Valentinstags-Freunde hier her verirren, habe ich auch noch was. Wenn ihr denn schon gerne etwas schenken wollt, dann bitte coole und gar nicht rosa-rote Dinge. Hier sind mein Geschenkideen für euch:

Und nun möchte ich mal aus dem Nähkästchen plaudern. Denn mein ganz persönlicher Valentinstag ist auch im Februar, eher zufällig. Denn in diesem Monat habe ich nämlich vor neun Jahren meinen Liebsten kennengelernt. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben, dass es schon so lange her ist. Ich habe das Gefühl, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist.

Eines kann ich euch auf jeden Fall mitgeben, so als Valentinstags-Tipp. Geschenke und Jahrestage schön und gut. Aber eine Beziehung so lang zu erhalten, ist auch harte Arbeit. Arbeit an sich selbst und den gemeinsamen Zielen, die es erst zu definieren gilt. Dieser Prozess ist im Übrigen niemals abgeschlossen, sondern dauert eben solange man zusammen ist.

Das ist nicht immer einfach. Im Gegenteil. Es gibt Phasen, da zweifelt man an allem. Es gibt Tage, da hört man nicht mehr auf zu streiten oder sich anzuzicken, weil sich Gewohnheiten in den Alltag eingeschlichen haben, die einem nicht passen. Das alles nervt und ist anstrengend, ja. Aber es lohnt sich, daran zu arbeiten und diese Phasen gemeinsam zu überwinden. Denn es gibt ja noch die andere Seite. Dieses bedingungslose Vertrauen, die innige Liebe und Geborgenheit, das gemeinsame Lachen über Pärchen-Insider, jedesmal eine neue Qualität von Verliebtsein.

 

Beziehungsarbeit lohnt sich

Doch wer ist heute überhaupt noch bereit dazu? In Zeiten von Tinder und Co. wartet ja vielleicht eine noch bessere Partie um die nächste Ecke. Und schon kommt bei den ersten Schwierigkeiten die Trennung. In manchen Fällen ist das sicher auch angebracht. Mit Arschgeigen muss man nicht zusammenbleiben. Aber oft trennen sich Paare, deren Beziehung eigentlich noch lange nicht am Ende ist, sie es aber als zu anstrengend empfinden, daran zu arbeiten.

Am schlimmsten finde ich, wenn Menschen sich gar nicht erst auf Beziehungen einlassen und stattdessen nur ihre Machtspielchen spielen. Da kann ich nur sagen, Leute, ihr verpasst etwas! Und das ist traurig. Oftmals stecken tiefsitzende Ängste und Verletzungen oder Enttäuschungen dahinter. Klar macht man sich auch verletzlich, wenn man sich auf eine Beziehung einlässt, aber man kann auch so viel dabei gewinnen. Der Einsatz lohnt sich allemal.

Und hier der ultimative Beziehungstipp (*augenzwinker*): Denkt doch mal statt am Valentinstag oder an euren Jahrestagen auch im Alltag an eure Liebsten, wenn sie gar nicht damit rechnen. Eine kleine Aufmerksamkeit an einem stinknormalen Tag kann so viel mehr wert sein als ein großes Geschenk zu einem festgelegten Datum. Denn wer mag es nicht, von seinem Liebsten überrascht zu werden? Also in diesem Sinne, arbeitet an euch und bleibt schön verliebt!

Verratet mir doch gerne in den Kommentaren eure Meinung zum Valentinstag und zu Beziehungen.

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