Heute ist es genau zehn Jahre her, dass ich meinen Liebsten ins Herz geschlossen habe. Nach so vielen Jahren ist unsere Liebe immer stärker geworden und wir sind als Paar zusammengewachsen. Was sich nach sehr viel Arbeit anhört, war auch viel Arbeit. Wenn man so lange zusammen ist, hat man viele Hürden, Krisen und Verschiedenheiten zu überwinden.

Rosarot ist eine Beziehung nämlich nur sehr kurz. Die bekannte Brille, die alles in diesem rosigen Licht erscheinen lässt, hatte bei uns nur eine Halbwertszeit von einem Monat. Die Beziehung hatte kein gutes Timing, denn vor mir lagen insgesamt eineinhalb Jahre Auslandsaufenthalte. Es war im Grunde ein Wunder, dass es funktioniert hat.

Wenn ich jedoch darüber nachdenke, war da von Beginn an ein starkes Band zwischen uns, das im Rückblick unzerreißbar erscheint.  Bei allen Schwierigkeiten und Zweifeln, die zu Beginn da waren, hielt  uns dieses Band immer zusammen und brachte uns Schritt für Schritt einander näher und führt uns auch heute durch die Widrigkeiten des Alltags.

Nach zehn Jahren ist aus all den gemeinsamen Erfahrungen und Erinnerungen eine selbstbewusste Liebe geworden, die uns als Paar sowie als einzelnen Menschen bestärkt und deren Halbwertszeit noch lange nicht erreicht ist. Wir wollten nicht nur dieses starke Band, sondern auch all die Arbeit, die zweifellos dahinter steckt, aus Anlass unseres zehnten Jahrestages symbolisch festhalten. Und was spiegelt dies besser wieder als füreinander selbst geschmiedete Ringe?

Nach kurzer Überlegung stand also fest: wir werden uns Ringe schmieden. Leichter gesagt als getan. Was wir uns vorgestellt haben, bietet nicht jeder Goldschmied an. Denn wir hatten einiges an Altgold, das wir nicht nur verkaufen, sondern auch mit einschmelzen wollten. Außerdem war es uns wichtig, in einer intimen Atmosphäre zu arbeiten, ohne andere Paare und viel Gewusel. Während andere Goldschmiede sich das ordentlich bezahlen lassen, bietet die Goldschmiede Arthur Müller in Lüneburg, für die wir uns entschieden haben, das als inbegriffenen Service mit an.

Ich bin so begeistert von der Schmiede und natürlich von unseren Ringen, dass ich sie euch unbedingt empfehlen möchte. Das nachhaltige Konzept der Goldschmiede hat uns sofort angesprochen. Denn hier wird nur mit recyceltem Feingold gearbeitet. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und urig, was betonen soll, dass hier noch echte Handwerkskunst ausgeübt wird. Paare aus ganz Deutschland kommen nach Lüneburg, um sich Trauringe dort selbst zu schmieden.

In einem ersten Beratungsgespräch haben wir unsere Wünsche und Vorstellungen für die Ringe festgehalten, das Altgold bewerten und den Preis feststellen lassen. Außerdem kann man einen Fotografen dazu buchen, der das Ringe schmieden mit dem Partner wirklich gekonnt festhält, wie ihr unschwer an den wundervollen Bildern erkennen könnt.

Ringe schmieden – klingt romantisch, ist aber auch eine echt harte Arbeit. Sowie eine Beziehung eben auch. Wir bearbeiten das Material, hämmern, sägen, walzen, pressen, bis richtig viel Spannung drauf ist, die nur durch ein ordentliches Feuer wieder gelöst werden kann. Eine schönere Metapher gibt es dafür eigentlich nicht.

Die Arbeitsschritte beim Ringe schmieden

Natürlich haben wir uns zu Beginn gefragt, ob wir überhaupt genug handwerkliche Fähigkeiten besitzen, um uns selbst Ringe schmieden zu können. Doch man kann auch als totaler Laie unter Anleitung des Goldschmieds die wesentlichen Arbeitsschritte ausführen, ohne irgendwelche Vorkenntnisse zu haben. Und wie genau diese Arbeit aussieht, verrate ich euch jetzt.

Nachdem wir beim Beratungstermin zuvor die Form und Farbe der Ringe bestimmt hatten, wussten wir genau, wie viel wir von welchem Material brauchten und mussten es nur noch abwiegen. Neben Feingold wird auch Silber und Kupfer zum Schmieden gebraucht. Durch diese Legierung bekommen die Ringe ihre Stabilität, denn die Metalle sind für sich allein viel zu weich.

Durch das Verhältnis von Silber und Kupfer wird zudem die Farbe bestimmt. Mehr Kupfer lässt die Ringe Rosé- oder Rotgold werden. Unsere Ringe sollten ein helles Gelbgold bekommen, weswegen wir mehr Silber verwendet haben. Auf den Bildern seht ihr übrigens auch zwei Anhänger, die ich mit eingeschmolzen habe. Ich fand es schön die Erinnerungsstücke, die ich als Kind von meinen Eltern und von meiner Oma geschenkt bekommen habe, in den Ringen weiterleben zu lassen.

Den Rest unseres Altgoldes haben wir für den Preis der Ringe verrechnen lassen. So konnten wir die Kosten niedrig halten und sind by the way unseren alten Schmuck losgeworden, der seit Jahren ungenutzt rumgelegen hatte. Außerdem wird das Feingold aus dem Schmuck in Scheideanstalten wiedergewonnen und kann so für etwas Neues wiederverwendet werden. Nachhaltiger geht nicht.

Highlight: Handschriftliche Gravuren

Bevor es ans Ringe schmieden ging, mussten wir für die Gravur noch unseren Namen und unseren Jahrestag auf ein Blatt Papier schreiben. Auf Basis dieser Vorlage wurde später unsere Handschrift dan genau so ins Innere des Ringes eingraviert, sodass jetzt jeder von uns den handgeschriebenen Namen des anderen und das Datum des Jahrestages in seinem Ring hat. Die Idee finde ich einfach mal mega romantisch.

Bevor wir nun unsere Handwerkskünste beweisen konnten, durften wir zuerst zusehen, wie der Goldschmiedemeister die abgewogenen Materialien und meine Anhänger eingeschmolzen und in eine Form gegossen hat. Mit diesem Rohling konnten wir dann endlich ans Werk gehen. Zunächst mussten wir mit einem ziemlich schweren Hammer auf ihn einschlagen, was einfacher klingt als es ist. Wir waren relativ zimperlich und trauten uns zu Beginn nicht so richtig, ordentlich zu hämmern. Aber nach ein paar Schlägen ging es immer besser und der Ring war fertig für den nächsten Schritt.

In der Walze haben wir den Rohling in eine lange und schmale Form gebracht. Mit der Walze, an der wir dies per Hand machen konnten, hätte das natürlich ewig gedauert. Deswegen wurde der Ring vorher vom Goldschmied durch eine Walzmaschine gejagt, sodass wir nur ein paar Mal selbst walzen mussten. Auf diese Weise haben wir die wesentichen Schritte miterlebt, ohne uns stundenlang zu verausgaben.

Hämmern für die Liebe

Den lang gewalzten und flach gepressten Rohling mussten wir nun noch in die runde Form hämmern und zusägen, damit richtige Ringe draus werden. Und auch das war für mich als Ungeübte nicht ganz leicht, doch mit Hilfe des Goldschmieds ging dies auch mir schließlich ganz einfach von der Hand. So habe ich den Ring für meinen Liebsten gefertigt und er wiederum hat meinen in Form gehämmert und gesägt. Romantico!

Sobald die Ringe ihre richtige Form bekommen hatten, war unsere Arbeit damit auch schon getan. Ab diesem Moment hat der Profi wieder übernommen und die Ringe noch vor uns zusammengelötet und in die richtige Größe gepresst. Anschließend ging es die nächsten Tage an den Feinschliff, bei dem wir natürlich nicht mehr dabei waren, sondern der Goldschmied sich ganz auf die Arbeit an unseren Ringen konzentrieren konnte. Mit dem Ergebnis sind wir unsagbar glücklich.

Auf den zwei untersten Bildern seht ihr die Ringe einmal direkt nachdem wir sie geschmiedet hatten und wie sie am Ende aussahen, als der Meister die Feinarbeiten beendet hatte. Wir sagen an dieser Stelle nochmal Danke für diese fantastische Erfahrung und die wunderschönen Ringe, die wir heute zum ersten mal aufsetzen. Und ich sage vielen Dank für die letzten zehn Jahre voller Liebe und wundervoller Erinnerungen, mein Liebster!

Wie findet ihr die Idee, sich die Ringe selbst zu schmieden?

Mit freundlicher Unterstützung der Goldschmiede Arthur Müller

Fotos: Björn Schönfeld

Vielen Dank für die tollen Bilder!

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