Auf der Reise durch die spanische Hauptstadt haben wir auch einen Abstecher nach Segovia gemacht, weil wir hörten, das es sehr sehenswert sein soll. Und wenn wir schon eine besondere Empfehlung bekommen, schauen wir uns das natürlich gerne an. Also sind wir für einen Tagesausflug rund 120 Kilometer durch Serpentinen auf 1.000 Meter Höhe gefahren (ich hasse es und wollte die Autobahn nehmen, aber die Aussicht ist ja sooooooo

schön von dort oben, findet mein Liebster), um der nordwestlich von Madrid gelegenen Stadt einen Besuch abzustatten. Segovia gehört mit Ávila und Toledo (dazu kommt auch noch ein Beitrag) zu den historischen Metropolen rund um Madrid und ist für mich allein deswegen schon einen Besuch wert. Denn ich liebe solche uralten Städtchen mit ganz viel Geschichte einfach. Allein die Vorstellung an vergangene Zeiten fasziniert mich immer wieder.

Aquädukt in Segovia

Was hat diese Stadt alles gesehen und erlebt, welche Geheimnisse birgt sie in sich, was haben die Menschen damals hier getrieben? Segovia soll bereits um die 1.000 Jahre v. Chr. gegründet worden sein. Sie hat also auch eine krasse Wandlung erlebt, die sowohl von wirtschaftlichem Aufschwung, Kriegen, Annektionen und Niedergängen geprägt war. Heute ist sie ein Touristen-Magnet, was nicht immer gut ist.

Manchmal verlieren solche Städte durch zu viel Tourismus ihren Charme, weil die Altstädte dann mit tausenden Souvenirläden mit billigem China-Schrott gepflastert sind. Das finde ich persönlich nicht so spannend. Ich verstehe es außerdem auch nicht, wer kauft sowas? Aber verübeln kann man es einer Stadt auch nicht, wenn Tourismus die einzige Einnahmequelle ist. Trotzdem finde ich eine Balance wichtig.

Aquädukt in Segovia
Aquädukt in Segovia

Das ist in Segovia aber tatsächlich gelungen. Der Ort ist überhaupt nicht überladen mit dem ganzen Touri-Schnick-Schnack, den man sonst so kennt. Touristen sieht man natürlich trotzdem viele. Doch die Atmosphäre ist sehr angenehm, wenn man durch die kleinen Gässchen schlendert und zwischen ihnen statt buntem Plastik-Kram prächtige Monumente hervorlugen.

Segovia: UNESCO-Welterbe

Das beeindruckendste Bauwerk in Segovia ist definitiv das Aquädukt, das den Mittelpunkt der Altstadt bildet. Die historische Wasserleitung ist fast 2000 Jahre alt und krass gut erhalten. Das Aquädukt war sogar bis in die 1970er Jahre noch in Betrieb und gehört heute zusammen mit der Stadt Segovia zu den UNESCO-Welterbestätten. Absolut zu recht. Es ist einfach nur faszinierend, was die Menschen damals schon zustande gebracht haben.

Alcázar in Segovia

Das Aquädukt ist aber nicht das einzige Bauwerk in Segovia, das sich sehen lassen kann. Auch das Alcázar – eine Burgfestung aus dem 11. Jahrhundert – und die Kathedrale sind architektonische Meisterleistungen, die wirklich sehr sehenswert sind. Die Burg befindet sich zudem – wie das so üblich ist – am höchsten Punkt der Stadt, sodass man von dort aus eine wundervolle Aussicht auf die Umgebung hat. Dieser Ort lädt richtig zum Träumen ein.

Alcázar in Segovia

Ich kann euch nur empfehlen, niemals falsch zu parken in Spanien. Die passen dort auf wie Schießhunde und es ist verdammt teuer. Nach dem Knöllchen wollten wir in Madrid ganz brav mit Parkschein parken. Es war so ein Akt, das glaubt ihr nicht. Erst mussten wir Geld wechseln, dann war die Tastatur vom Parkautomaten von der Sonne geschmolzen, und am nächsten haben wir nichts verstanden. Nachdem uns gnädigerweise jemand erklärt hat, wie es geht, mussten wir nochmal zurück zum Mietauto. Stellt euch vor, man muss das Kennzeichen eintippen, um ein personalisiertes Ticket zu bekommen. Alter Schwede! Das Parken hat uns fast eine Stunde gekostet.

Alcázar in Segovia

Leider hatten wir, kurz nachdem wir oben angekommen waren und ein paar Fotos geschossen hatten, plötzlich eine ziemlich heftige Regenphase erwischt, sodass wir circa eine Stunde in der Tickethalle für das Alcázar warten mussten, bis es aufhört. Anschließend war es draußen so frisch, dass wir uns auf den Rückweg gemacht haben. Am Auto angekommen erwartete uns dann ein 80 Euro teures Knöllchen. Das ließ die Laune ein wenig sinken.

Alcázar in Segovia
Kathedrale in Segovia
Kathedrale in Segovia

Habt ihr auch schon mal sowas auf einer Reise erlebt? Verratet mir eure absurdesten Geschichten!

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