Es gibt wirklich einige beeindruckende Städte auf der Welt, in die man sich einfach nur verlieben kann. Barcelona gehört auf jeden Fall dazu. Alle mein Bekannten, die dort waren, schwärmen von der katalanischen Hauptstadt, die an der spanischen Ostküste liegt. Und auch ich kann diese Begeisterung nur teilen. Bereits zweimal hat es mich dorthin verschlagen und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Meine Reise ist zwar schon etwas länger her, aber die tollen Eindrücke möchte ich euch dennoch nicht vorenthalten.

Außerdem denke ich, dass Barcelona das perfekte Reiseziel für den Frühling ist. Seht den Beitrag daher auch als einen kleinen Reise-Guide für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an. Ich war sowohl im Frühling als auch im Herbst da und kann beide Jahreszeiten empfehlen. Im Sommer würde ich persönlich nicht nach Barcelona fahren. Es ist für Stadtrundgänge zu heiß und der Strand ist überfüllt. Tatsächlich bleibe ich im Sommer am liebsten in Hamburg, weil es dann hier am schönsten ist – warm und menschenleer.

Aber kommen wir zurück zu Barcelona. Das wichtigste Wahrzeichen der Stadt ist wohl die Sagrada Família. Und unfassbarerweise machen viele Menschen den Fehler, nicht hinein zu gehen. Ich kann da nur mit dem Kopf schütteln. Der Standard-Spruch lautet dann immer: es war viel zu voll. Ja, es ist wirklich immer sehr voll dort und ich musste auch schon eine Stunde lang in der Schlange stehen, um reinzukommen. Aber es lohnt sich wirklich allemal. 1000-mal mehr als die Uffizien in Florenz. Glaubt mir, ich war dort.

Wer nicht so lange warten möchte, dem kann ich nur empfehlen, sehr früh morgens dort aufzuschlagen. Dann geht es super fix. Mittags ist es immer am vollsten. Die Schlange geht dann einmal um die ganze Basilika. Die Kirche wurde übrigens von Antoni Gaudí entworfen. Und nicht nur sie. Der spanische Architekt hat seine Spuren in der ganzen Stadt hinterlassen, aber darauf kommen wir noch. Wenn ihr also das Äußere schon beeindruckend findet, werdet ihr drinnen nicht mehr aus dem Staunen raus kommen.

Gaudí hat sich beim Design sehr stark von der Natur und den dort vorkommenden Formen inspirieren lassen. Als Kind verbrachte er aufgrund einer Krankheit viel Zeit alleine und studierte seine Umgebung in der Natur förmlich. Diese Zeit hat seinen einmaligen architektonischen Stil entscheidend geprägt. Doch bevor die Kirche ihre heutige Form angenommen hat, waren viele Entwürfe nötig. Der erste, der noch nicht von Gaudí stammt, sah noch ziemlich neugotisch aus. Die Entwicklung des Stils kann man im Museum der Kirche nachverfolgen. Definitiv einen Blick wert!

Das imposanteste Gebäude Gaudís nach der Basilika ist wohl die Casa Batlló. Dieses Haus sieht einfach nur abgefahren aus und sticht schon von Weitem aus der Häuserreihe am Passeig de Gràcia hervor. Auch hier finden sich die typisch organischen Formen von Gaudís Modernisme wieder. Ebenso bei der Casa Milà (La Pedrera), die sich in der selben Straße befindet und mindestens genauso sehenswürdig ist. Die beiden Häuser lassen sich auch von Innen besichtigen, was wir aus Zeitgründen leider nicht geschafft haben. Das kommt nun aber auf meine Barcelona-Bucket-List.

Parallel zum Passeig de Gràcia verläuft übrigens die berühmte Rambla de Catalunya. Auf der knapp 1,3 Kilometer langen Promenade wird flaniert, was das Zeug hält. Flaniert sind wir ohnehin ständig. Nicht nur auf der Rambla, wo immer sehr viel los ist. Viele Sehenswürdigkeiten kann man gut zu Fuß abklappern. Am besten plant man die Strecke vorher, so dass man nicht sinnlos umherirrt. Die Stadt ist ja doch ziemlich groß und weitläufig. Für weitere Strecken haben wir sonst die Metro genommen.

Möglich ist außerdem eine Stadtrundfahrt mit dem Bus, der alle Sehenswürdigkeiten in Barcelona abfährt. Zum Beispiel auch den Park Güell, der ebenfalls von Gaudí erschaffen wurde. Ich weiß noch, wie ich bei meinem ersten Aufenthalt in Barcelona nicht mehr dazu kam, den Park zu sehen. Damals besuchte ich eine Freundin, bei der ich eine knappe Woche wohnte. Wir beide waren gerade mit der Metro los gefahren, da wurde mir plötzlich so schlecht, dass wir umgehend aussteigen mussten.

Mit der Metro zurückzufahren war keine Option, weil ich sonst ohnmächtig geworden wäre. Also beschlossen wir, uns ein Taxi zu suchen. Und was braucht man am wenigsten, wenn einem Speiübel ist und man kaum laufen kann? Direkt auf der Rambla zu landen. Ich dachte, ich müsste sterben, so überfordert war ich mit der Situation. Ohne meine Freundin wäre ich gar nicht klar gekommen. Ich konnte wirklich kaum laufen. Als wir wieder zu Hause waren, ging die Misere aber erst richtig los.

Bis zur meiner Abreise lag ich also mit einem Magen-Darm-Infekt im Bett. Auf der Rückreise war ich immer noch so schwach, dass ich Zweifel hatte, je anzukommen. Ich muss wirklich übel ausgesehen haben. Als mein Liebster mich nämlich vom Flughafen abholte, sah er ziemlich schockiert aus.

Auf meiner zweiter Reise mit meinem Liebsten habe ich dann alles nachgeholt, was ich auf der ersten verpasst hatte. Ich habe endlich den Park Güell gesehen. Das darf man sich nicht entgehen lassen, wenn man in Barcelona ist! Außerdem war es im September noch so warm, dass wir auch einen Abstecher an den Strand machen konnten. Ich bin ja ein echter Fan von Stadtstränden. Man muss nicht auf Großstadt verzichten und kann doch mal eben zum Strand. Darum mag ich wohl auch Städte wie Nizza, Rio de Janeiro usw. so sehr. In Hamburg haben wir ebenfalls einen Stadtstrand, was natürlich erklärt, warum ich im Sommer so gern in der Heimat bleibe. Ich glaube, das macht auch Barcelona zu einer perfekten Stadt.

Einen kleinen Geheimtipp habe ich für euch zum Schluss. Auf der Rambla gibt es eine Tapas-Bar, die es in sich hat. Sie heißt Ciudad Condal und ist allein wegen der Inneneinrichtung schon ein Highlight. Die Tapas dort sind zudem der Hammer. Deswegen ist es auch immer ziemlich voll dort. Aber das Schöne ist, dass man an der “Außenbar” auf einen Tisch warten kann. Man bestellt also draußen und beobachtet das Treiben im Restaurant oder auf der Rambla, bis man dran ist. Wir hingen dort ständig ab. 🙂

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