Eine Geschichte über Girlpower…nicht: „Das ist dann ja mal wenigstens interessant!“ Danke, danke für nichts. Das ist alles, was mir zu diesem Satz einfällt, den ich mir jüngst von einer (wie ich dachte) Freundin anhören durfte. Aber zurück zum Anfang. Als ich mich neulich mit ein paar ehemaligen Kolleginnen, darunter auch besagte Freundin, zum Essen getroffen hatte, erzählte ich von meinem Plan, meinen ersten Marathon zu laufen. Sie fragte mich dann, ob ich auch darüber auf meinem Blog berichten werde. Na klar, werde ich das, der Blog ist ja meine persönliche Plattform, auf der ich alles mit euch teile, was mich interessiert und bewegt.

Daraufhin fiel der Satz, mit dem ich diesen Post begonnen habe – vor versammelter Mannschaft. Hinterher schob sie noch sowas wie „mal was anderes als dieses Ich-sehe-so-hübsch-aus-Ding. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr, aber das ist auch unerheblich. Denn ich habe die Botschaft sehr wohl verstanden. Sie findet, dass das, was ich mache, oberflächlicher Scheiß ist. Ok, damit kann ich noch leben. Aber das Schlimmste daran ist, dass sie deswegen anscheinend den Respekt vor mir verloren hat. Ich bin auch mit dem Blog immer noch derselbe Mensch wie vorher, doch das scheint nicht mehr wichtig zu sein.

Wo bleibt die Girlpower?
Wo bleibt die Girlpower?
Wo bleibt die Girlpower?

In dem Moment habe ich nur gesagt, dass ich sowas ohnehin nicht schreibe und erzählte einfach weiter. Doch später dachte ich nochmal darüber nach und pure Enttäuschung machte sich in mir breit. Es war gemein und respektlos, sowas zu sagen. Es hat mich verletzt. Und es hat mich ratlos zurückgelassen. Wieso hat sie das überhaupt gesagt? Wenn sie das tatsächlich denkt, warum treffen wir uns dann überhaupt noch?

Wo bleibt die Girlpower?
Wo bleibt die Girlpower?

Ich dachte, ich würde mich ausschließlich mit Leuten umgeben, denen ich vertrauen kann und die voll und ganz hinter mir stehen. Doch manchmal irren wir uns. Und ich habe mich anscheinend geirrt. Aus ihr sprach pure Missgunst und das ist für mich ein absolutes K.O.-Kriterium. Missgunst ist für mich eine der schlimmsten Eigenschaften bei Menschen und ich habe gerade unter Freunden gar kein Verständnis dafür.

Wo bleibt die Girlpower?

Echte Girlpower kennt keine Missgunst

Wir alle haben unser Päckchen zu tragen und es ist nicht immer alles easy peasy im Leben, da ist es ganz einfach die eigenen Minderwertigkeitskomplexe auf andere zu projizieren und sich über sie zu stellen, um sich besser zu fühlen. Leider hilft diese Art des Ego-Streichelns nicht darüber hinweg, dass solche Menschen sich weiterhin minderwertig fühlen und unzufrieden und frustriert sind. Ist das mein Problem? Nein. Und ich werde es auch nicht zu meinem Problem machen. Ciao!

Aber schauen wir uns das ganze Mal umgekehrt an. Ich kann mit ihrem Lebensmodell ebenfalls gar nichts anfangen. Sie bekommt gerade ihr zweites Kind und arbeitet in einer Festanstellung. Dinge, die für mich nicht infrage kommen. Mir würde dabei aber nie einfallen, sie dafür zu verurteilen. Ich habe mich beim ersten Kind ganz ehrlich und aufrichtig für sie gefreut und tue es auch beim zweiten, weil ich weiß, dass sie sich Kinder gewünscht hat und glücklich damit ist. Das ist doch, was eine Freundschaft ausmacht. Den anderen zu supporten bei seinen Lebensentscheidungen. Das ist echte Girlpower.

Karl Lagerfeld Signature Bag
Wo bleibt die Girlpower?

Pieces

Mantel: Monki

Pullover: H&M

Hose: Zara

Tasche: Karl Lagerfeld

Schuhe: Mango

Kappe: H&M

Ich wollte blind sein

Klar darf man auch mal was kritisieren, aber konstruktiv und nicht auf so eine subtil ekelhafte Art. Denn das ist einfach nur beleidigend. Menschen, die sowas nötig haben, können mir gestohlen bleiben. Wann immer ich mit sowas zu tun hatte, hat es mir nicht gutgetan. Dafür ist mir meine Zeit außerdem einfach zu schade.

Zugegeben, sie hat schon so manches Mal Dinge allgemein kritisiert, die ich hätte auf mich beziehen können, es aber nicht getan habe, weil ich dachte, sie könne nicht mich meinen, sie formuliert es nur sehr ungeschickt. Doch in diesem ganz neuen Licht betrachtet sehe ich das Gesagte nun anders. Mir wird klar, dass sie wohl immer auch mich meinte, wenn sie ständig gegen junge, blonde Kolleginnen in der Redaktion gewettert hat, die ihrer Meinung nach nur wegen ihres Aussehens dort waren und nicht, weil sie was drauf hatten. Was ich daran verstörend finde? Eine frühere Kollegin hat offenbar genau das Gleiche mit ihr gemacht und sie hat sich bei mir immer darüber ausgeheult.

Haben wir nicht mehr drauf?

Keinesfalls möchte ich jammern und Mitleid schinden, weil es nichts bringt. Deswegen möchte ich das Ganze mal auf der Meta-Ebene betrachten. Was ist mit uns Frauen los? Alle reden immer über Girlpower, aber echter Zusammenhalt kommt selten dabei rum. Stattdessen wird gelogen und hintergangen, ausgenutzt und beleidigt. Haben wir nicht mehr drauf? Natürlich haben wir das. Wir müssen unseren Selbstwert nicht über den Schaden anderer definieren. Das ist so selbstzerstörerisch und dumm. Es schadet am Ende nur dem, der hasst, missgönnt und andere übervorteilt.

Frauen haben offenbar oft ein Problem, sich gegenseitig zu unterstützen, ohne dabei ihren eigenen Nachteil zu sehen. Diese Sichtweise ist mir fremd. Wer aber einmal versucht hat, mich zu täuschen, der kann von mir nichts mehr erwarten. Das Ding ist dann für mich gegessen. Solche Aktionen zerstören nachhaltig Vertrauen.

 

Wo bleibt die Girlpower?

Schlüsse ziehen und gestärkt aus der Sache rausgehen

Und wie geht es nun weiter? Ich habe nicht mal Interesse daran, das Gespräch zu suchen, weil ich dem ganzen dann noch mehr Bedeutung beimessen würde als es überhaupt für mich hat. So eng war die Verbindung am Ende dann auch nicht mehr, vielleicht weil ich tief in meinem Innern schon immer eine Ahnung hatte? Bei anderen Menschen würde es mich jedenfalls ungleich tiefer treffen.

So what! Mir tun solche Menschen eigentlich nur leid. Und mich bestärken derlei Erfahrungen nur noch weiter, meinen Weg zu gehen und an Toleranz und echter Girlpower (oder sollte ich besser sagen Menschenpower) festzuhalten. Ich habe ein sehr kleines, aber auch sehr enges Netz aus Familie, Partner und Freunden, die mich in allen Lebenslagen unterstützen und denen ich sehr dankbar dafür bin. Ich liebe euch und möchte euch nicht mehr missen!

Es ist mir wichtig, diesen Beitrag positiv abzuschließen, weil ich ein positiv denkender Mensch bin. Aus diesem Grund mache ich meinen Frieden mit dieser Sache und vergesse sie. Das Leben geht weiter und es soll schließlich gut werden.

 

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Übrigens: wie findet ihr meinen ersten Fashion Week-Look aus Berlin?

 

 

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